Laparoskopie in verschiedenen Fachgebieten
Chirurgie
Zur Entfernung einer erkrankten Gallenblase beispielsweise wird das Endoskop über einen Trokar (Arbeitskanal) in der Nabelgegend eingeführt. Nach dem diagnostischen Überblick wird die Operation durchgeführt. Die Gallenblase wird über einen zweiten Trokar aus dem Bauch entnommen. Lediglich kleine Einstichwunden bleiben nach diesem Eingriff zurück.
In ähnlicher Weise kann auch ein entzündeter Blinddarm oder ein Leistenbruch operiert werden.
Das Verfahren erlaubt außerdem bestimmte Untersuchungen und Operationen an Leber, Lunge, Magen und Darm.
Dabei können erkrankte Abschnitte behandelt oder entfernt werden.
Urologie
Die Entfernung einer kranken Prostata (Vorsteherdrüse) durch die Harnröhre gilt seit langem als schonende Methode. Dabei wird die Prostata mit einer elektrischen Schlinge abgetragen. Auf diese Weise können auch Gewebswucherungen in der Blase abgetragen werden. Endoskopische Eingriffe werden heute auch schon an der Niere durchgeführt.
Orthopädie
Erkrankte Gelenke können mit Hife des Endoskops untersucht und behandelt werden. Dazu wird die Gelenkhöhle mit Flüssigkeit gedehnt, um alle Strukturen des Gelenkapparates sichtbar zu machen. Endoskopische Operationen am Kniegelenk, wie das Entfernen des Meniskus, zählen heute zu den Routineverfahren.
In bestimmten Fällen lassen sich sogar defekte Bandscheiben der Wirbelsäule mit dem Endoskop behandeln.
Gynäkologie
In der Frauenheilkunde haben endokopische Untersuchungen der inneren Geschlechtsorgane wie Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke eine lange Tradition. Auch Operationen mit dem Endoskop gehören hier zur Routine. In den 70er Jahren wurde die Bauchspiegelung in erster Linie zur Diagnostik oder zur Eileiterdurchtrennung eingesetzt. Dank dem Pionier Professor Kurt Semm aus Kiel wurden weltweit und in Deutschland immer mehr Indikationen etabliert. Heute gelten z.B. endoskopische Eingriffe bei gutartigen Befunden an den Eierstöcken und Eileitern (Eileiterschwangerschaft, Eierstockszysten) sowie an der Gebärmutter bei Myomen (Muskelgeschwülsten) als Standardoperationen, die an endoskopisch ausgerichteten Einrichtungen routinemäßig durchgeführt werden. Die Vorteile endoskopischer Operationen bei bösartigen Befunden können noch nicht abschließend beurteilt werden, weshalb diese probeweise an sehr wenigen Kliniken durchgeführt werden.



